Was versteht man unter Chromatographie und wie wird sie eingesetzt? Welche drei Arten der Chromatographie gibt es?
Die Chromatographie wurde im Jahr 1900 von einem Botaniker namens Mikhail Tsvet erfunden, um Pflanzenpigmente zu trennen. Da es sich hierbei um farbige
Verbindungen handelt, prägte Tsvet den Begriff „Chromatographie“ aus „Chroma“,
was „Farbe“ bedeutet, und „Grafie“, was „schreiben“ bedeutet. Genau wie heute
umfasste seine Methode eine feste Phase (stationäre Phase) und eine flüssige
Phase (mobile Phase). Während seine Methode mit Hilfe der Kapillarwirkung
funktionierte, gibt es heute eine Reihe von chromatographischen Methoden,
darunter die Umkehrphasen-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie und noch
andere.
Chromatographie ist eine chemische Analyse- oder Reinigungstechnik, die
komplexe Gemische (in fester oder flüssiger Form) in verschiedene Bestandteile
trennt. Es gibt eine Reihe verschiedener chromatographischer Trennverfahren,
die jedoch alle auf denselben Grundprinzipien beruhen: Dabei wird ein
sogenanntes Laufmittel, das als mobile Phase bezeichnet wird, aufgrund seiner
Fähigkeit, sich durch eine feste stationäre Phase zu bewegen, verwendet. Die
mobile Phase kann entweder eine Flüssigkeit, ein überkritisches Fluid (in der
Regel Kohlendioxid) oder ein Inertgas sein, während die stationäre Phase eine
feste Phase oder eine auf eine feste Phase aufgebrachte flüssige Phase ist. Die
mobile Phase bewegt sich über eine stationäre Phase (in der Regel Kieselgel) und
trennt die Verbindungen anhand der Affinität der Moleküle jeder Komponente zur
mobilen und stationären Phase in ihre verschiedenen Bestandteile. Die unterschiedliche Masse der Moleküle und ihre Neigung, an der
Chromatographiematrix (stationäre Phase) anzuhaften, bewirkt, dass die
Verbindungen in der Papierchromatographie auf dem Papier oder in
automatisierten Formen der Chromatographie in einer Säule mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten wandern.
Welche drei Arten der Chromatographie gibt es?
Chemiker wählen die stationäre und mobile Phase entsprechend der zu analysierenden Probe aus. Für die mobile Phase werden verschiedene Laufmittel (polares oder unpolares Laufmittel) verwendet. Die stationäre Phase in der Dünnschichtchromatographie (Thin Layer Chromatography, TLC) kann Chromatographie-Filterpapier oder, in den meisten Fällen, auf eine Glasplatte aufgetragenes Kieselgel sein. Die mobile Phase wird durch Kapillarwirkung auf das Papier oder den Objektträger gezogen.
Über TLC hinaus verwenden moderne Labore heute weitaus präzisere
automatisierte Chromatographiesysteme, die es ermöglichen, die einzelnen
Bestandteile einer Probe mithilfe eines UV-Detektors, eines Massenspektrometers
oder einer anderen Methode und eines Fraktionssammlers in separate Phiolen
aufzuteilen.
Bei der Säulenchromatographie trägt der Chemiker eine Probe auf eine Glassäule oder eine Edelstahlsäule auf, die mit Kieselgel oder einem anderen Material gefüllt ist (die stationäre Phase). Die RediSep®-Einmalsäulen von Teledyne ISCO für die Flash-Chromatographie sind präzisionsgepackt und gewährleisten eine hohe Auflösung und Reproduzierbarkeit. Es gibt sie in verschiedenen Größen.
Bei der Flash-Chromatographie wird die mobile Phase mithilfe einer
Laufmittelpumpe durch die stationäre Phase gepresst. Die Flash-Methode ist eine
weit verbreitete Technik zur Reinigung von pharmazeutischen Zwischenprodukten
sowie von organischen Endprodukten. Auch wird sie häufig in der
Naturstoffforschung eingesetzt.
Weitere technologische Fortschritte umfassen die Gaschromatographie, (Gas Chromatography, GC), die überkritische Fluidchromatographie
(Supercritical Fluid Chromatography, SFC) und die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (High-Performance Liquid Chromatography, HPLC). Sie unterscheiden sich von der Flash-Chromatographie hinsichtlich der
verwendeten Laufmittel, der Partikelgröße der stationären Phase und des
verwendeten Drucks. Bei der HPLC und SFC wird die mobile Phase unter höherem
Druck als bei der Flash-Chromatographie durch die stationäre Phase geleitet.
Dies, zusammen mit der Verwendung kleinerer Partikel für die stationäre Phase
in der Säule, verleiht der HPLC und SFC eine ausgezeichnete Auflösung, um
zwischen Verbindungen zu unterscheiden und reinere Ergebnisse zu eluieren.
Bei der superkritischen Fluidchromatographie (SFC), wird in der Regel superkritisches Kohlendioxid als mobile Phase
verwendet. Kohlendioxid ist normalerweise ein Gas (Menschen und Tiere atmen es
aus), und wenn es bei einer bestimmten Temperatur
unter hohem Druck steht, wird das CO₂ überkritisch, sodass kein Unterschied
mehr zwischen dem gasförmigen und dem flüssigen Zustand feststellbar ist. Dies ermöglicht höhere Durchflussraten, verkürzt
die Reinigungszeit und führt zu einer Fraktion, in der ein Großteil der
mobilen Phase verschwindet, da das CO₂ bei Rückkehr zum atmosphärischen
Druck verdampft, was die Verdampfungszeit erheblich verkürzt.
Die HPLC wird in analytische und präparative Chromatographie unterteilt.
Flash- und Präparative HPLC werden zur Reinigung großer Probenmengen eingesetzt. Bei der
analytischen HPLC besteht das Ziel darin, eine möglichst hohe Auflösung zu
erreichen, um jede einzelne Verbindung in der Probe beobachten zu können.
Wann sollten Sie die Chromatographie einsetzen?
Die Chromatographie wird zur chemischen Analyse oder Reinigung durch Trennung verschiedener Bestandteile einer Verbindung oder zur Herstellung von Arzneimitteln, anderen Produkten und Präparaten eingesetzt. Die TLC, Flash, SFC und HPLC werden jeweils für unterschiedliche Zwecke eingesetzt und bieten jeweils spezielle Vorteile und ideale Anwendungsfälle.
Was versteht man unter „Purge and Trap“ und wie wird dabei vorgegangen?
Purge and Trap ist eine Probenaufbereitungs-/-einführungstechnik für die Gaschromatographie- Massenspektrometrie (Gas Chromatography Mass Spectrometry, GCMS).
Wasser- und Bodenproben können in der GCMS nicht direkt zur Analyse flüchtiger
organischer Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC) injiziert werden,
daher muss eine Technik wie Purge and Trap verwendet werden.
Bei Purge and Trap wird ein Inertgas (He/N₂) verwendet, um die VOCs aus
den Wasser-/Bodenproben zu entfernen. Die VOC werden in eine Adsorptionsfalle geleitet, wo sie konzentriert und zurückgehalten werden. Die
Adsorptionsfalle wird dann erhitzt (desorbiert), so dass die VOC freigesetzt
und zur Trennung und zum Nachweis in das GCMS überführt werden können.
Was sind die wichtigsten „Purge and Trap“-Methoden?
Bei vielen Trinkwasser-, Abwasser- und Bodenmethoden ist die Verwendung
von Purge and Trap für die Probenaufbereitung und die Einführung in das GC/GCMS
vorgeschrieben. Die Methoden für Trinkwasser umfassen die USEPA-Serien 524
und 624, während die Methoden für Abwasser und Boden in der USEPA 8260
beschrieben sind.
Was sind übliche flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOCs)?
Desinfektionsnebenprodukte aus der Chlorbehandlung, Benzin (bestehend
aus vielen flüchtigen Verbindungen), Ethanol (Bier), Aceton
(Nagellackentferner), Waschbenzin (Farbverdünner) und Hexan (Klebstoffe).